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27.04.2026 therapie MÜNCHEN

Wenn Bewegung nicht reparieren, sondern beruhigen soll

Viele Menschen mit chronischen muskuloskelettalen Schmerzen trainieren mit dem Ziel, geschwächte Muskeln zu stärken, Instabilität auszugleichen oder Verschleiß aufzuhalten. Doch was, wenn dieses Reparaturdenken in der Therapie zu kurz greift? Bastian Maier eröffnet eine andere Perspektive auf Bewegung und rückt Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Vertrauen in den eigenen Körper in den Mittelpunkt.

Als Sport- und Bewegungstherapeut beschäftigt sich Bastian Maier seit mehreren Jahren intensiv mit biopsychosozialer Schmerzforschung. In seinem Vortrag fasst er zentrale empirische Befunde zu Training, Behavioral Graded Activity und Exposition zusammen, die Bewegung als Mittel zur Beruhigung des Schutzsystems verstehen.

Typische Fälle aus der muskuloskelettalen Versorgung machen dabei deutlich, wie identische Übungen völlig unterschiedlich wirken können – je nachdem, ob sie als Reparaturmaßnahme an vermeintlich geschädigten Strukturen oder als sicherer Erfahrungsraum für Belastbarkeit, Kontrolle und Autonomie vermittelt werden. Daraus ergeben sich konkrete Konsequenzen für Therapie, Kommunikation und Setting.

Im Mittelpunkt stehen dabei keine neuen Übungsrezepte, sondern ein verändertes therapeutisches Narrativ: Bewegung soll nicht Defizite „reparieren“, sondern Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Vertrauen in den eigenen Körper fördern.

Der Vortrag „Systemische Beruhigung statt Reparatur von Defiziten“ findet am 20. Juni von 15:00 bis 16:30 Uhr im Kongress der therapie MÜNCHEN 2026 statt. Die Teilnahme ist nur mit einem Kongressticket möglich.

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