Der Alltag und die Aufgaben eines Physiotherapeuten im Leistungssport sind vielseitig. Von der physiotherapeutischen Arbeit, osteopathischen Techniken, Mobilisations- und Stabilisationseinheiten über Erstversorgungen bishin zu unterstützenden Tätigkeiten wie Hitzemanagement oder auch mal Getränke reichen. Deswegen werden wir gern auch als „Mädchen für alles“ beschrieben. Vielleicht ist es nicht ganz falsch und doch wird uns Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten diese Beschreibung in keinster Weise gerecht.
Nicky Hollaus, leitende Physiotherapeutin des Deutschen Ruderverbandes, gibt Einblicke in den Alltag und die Aufgaben eines Sportphysiotherapeuten im Leistungssport - und die Besonderheit dieser Rolle. Sowohl fachlich als auch menschlich.
Die Fachkompetenz, sie sogenannten hard skills, nimmt einen großen Teil ein – und doch ist sie vor allem die Basis unseres Wirkens. Dazu kommt ein oft unterschätzter Wert: Menschlichkeit sowie all die soft skills. Wir sind oft wochenlang mit unseren Athletinnen und Athleten unterwegs – in Trainingslagern und auf Wettkämpfen, fern von daheim, in unserer eigenen Bubble – und nehmen innerhalb des Teams vor allem eine Rolle ein: inmitten von Trainern und Konkurrenten sind wir Physios für die Athletinnen und Athleten oft die einzig neutralen Ansprechpartner und werden durch die besondere Art unserer Zusammenarbeit nicht selten zu wichtigen Vertrauenspersonen. Eine wichtige Rolle. Mit mehr Einfluss, als man sich manchmal bewusst ist.
Wir sollten uns dieser Rolle bewusst sein. Sowohl im Spitzensport, wo man in einem bestimmten Zeitfenster agiert, als auch im Praxisalltag.