OGYM (Organgymnastik) ist ein ganzheitliches Bewegungskonzept, das bewusste, fließende Bewegung mit gezielter Atmung und differenzierter Körperwahrnehmung verbindet. Entwickelt in den 1950er Jahren von Senta und Hinrich Medau, basiert OGYM auf dem Prinzip der Ganzheitlichkeit und der wechselseitigen Beziehung zwischen Bewegung und Atmung. Aus therapeutischer Sicht eröffnet OGYM einen funktionellen Zugang, der physische, psychische und soziale Aspekte im Sinne des bio-psycho-sozialen Modells berücksichtigt. Die Verbindung von Bewegung und Atmung unterstützt Bewegungsökonomie, Koordination sowie Kraft und wirkt regulierend auf das vegetative Nervensystem. Dadurch wird nicht nur die physische Funktionsfähigkeit, sondern darüber hinaus auch Stressregulation, Resilienz und psychische Stabilität gefördert. Praxisnah wird gezeigt, wie OGYM in Prävention, Rehabilitation und Therapie eingesetzt werden kann. Thematisiert werden die Anpassung von Bewegungen an unterschiedliche Beschwerdebilder sowie die Rolle der Atmung in funktionellen und rehabilitativen Prozessen. Wahrnehmungsschulung, Bewegungsdynamik und Atemfluss werden als zentrale Elemente vorgestellt, die therapeutische Prozesse wirksam unterstützen und den Praxisalltag sinnvoll ergänzen. TherapeutInnen erhalten einen anschaulichen Einblick in das Bewegungskonzept OGYM und inspirierende Anregungen für den Praxisalltag. An ausgewählten Beispielen können Ideen unmittelbar erlebt werden und dienen als Impulse für die eigene therapeutische Arbeit. Ziel ist es, die Zusammenhänge von Bewegung, Atmung und Wahrnehmung erfahrbar zu machen und neue Perspektiven für eine ganzheitliche therapeutische Praxis aufzuzeigen.