Das Ziel des Workshops ist es den Teilnehmer*innen das Thema „Frozen Shoulder“ näher zu bringen und Unsicherheiten zwischen Patient*innen und Therapeut*innen zu reduzieren – denn es steckt vielleicht mehr als nur ein Schulterproblem dahinter. Der Redner nimmt vor allem Ätiologie, Anamnese, klinische Untersuchung, Therapieverfahren, Edukation, Kommunikation und Überzeugungen von Therapeut*innen als auch Patient*innen genauer unter die Lupe! Die Teilnehmer*innen werden interaktiv in den Workshop / Vortrag eingebunden!
Die Frozen Shoulder ist eine Pathologie, die es so an anderen Gelenken des menschlichen Körpers nicht gibt (Kraal et al. 2020). So wie bei vielen Erkrankungen des muskuloskelettalen System ist die Ätiologie nicht vollständig geklärt, aber es gibt viele Hinweise, die ein reines Schulterproblem ausschließen. Diskutiert werden hier vor allem systemische Erkrankungen (Lee et al. 2025, Salmah et al. 2025, Abudula et al. 2024, Sun et al. 2024, Dyer et al. 2023), Alter, Geschlecht (Cogan et al. 2022), aber auch Depression (Kraal et al. 2020). All dies kann einen inflammatorischen Prozess triggern, der zu einer Frozen Shoulder führt (Kraal et al. 2020).
Die Prävalenz der Frozen Shoulder liegt in der allgemeinen Bevölkerung bei < 5% (Jacob et al. 2023, Karbowiak et al. 2022, Le et al. 2017, Zreik et al. 2016) – kann aber je nach systemischer Erkrankung häufiger vorkommen (Lee et al. 2025, Salmah et al. 2025, Abudula et al. 2024, Sun et al. 2024, Dyer et al. 2023). Schaut man sich die Prävalenzzahlen einer Frozen Shoulder bei Diabetikern an, so liegt diese mit 10-20% deutlich höher (Sahu et al. 2024, Dyer et al. 2023).
Die Frozen Shoulder gilt als selbstlimitierende Erkrankung und heilt laut gängiger Meinung über einen Zeitraum von 1-4 Jahren „vollständig“ aus. Allerdings sind diese Aussagen im besten Fall Annahmen oder Beobachtungen, die wissenschaftlich nicht fundiert sind. So zeigen Studien das 20-50% der Betroffenen weiterhin Probleme haben (Mertens et al. 2021, Kim et al. 2020, Hand et al. 2008) und auch nach 1-4 Jahren Bewegungseinschränkungen vorhanden sind (Wong et al. 2017).
Wie bei vielen Pathogien am Bewegungsapparat gibt es auch bei der Frozen Shoulder eine hohe Anzahl an therapeutischen Interventionen, die Erfolg versprechen. Wissenschaftlich betrachtet fehlt es fast allen Therapiemaßnahmen im Vergleich zur natürlichen Heilung an Evidenz, auch der Physiotherapie (Rangan et al. 2020, Rupani et al. 2025, Yip et al. 2019).
Wie so oft gibt es ein ABER, welches genauer beleuchtet wird 😉