Kongress

S-07 - Die Kniebeuge in Diagnostik, Therapie und Training

Kurzbeschreibung

Grundlagenseminar (ohne Vorkenntnisse)
2 Unterrichtseinheiten / Fortbildungspunkte

Beschreibung

Die Kniebeuge hat im sportlichen und therapeutischen Umfeld eine immense Bedeutung. Im Gewichtheben und Powerlifting fungiert sie als eigenständige Disziplin, in schnelligkeits- und kraftbetontenSportarten findet sie sich häufig als integraler Bestanteil des Krafttraining und in der Leistungsdiagnostik wieder und als fundamentale Komponenten vieler Alltagsbewegungen wird ihr in der Diagnostik und Therapie z.B. nach Ruptur des vorderen Kreuzbandes(1) ein hoher Stellenwert zugemessen. Eine hohe Bewegungsqualität ist leistungssteigernd, generiert einen optimalen Trainingsreiz und kann das Verletzungsrisiko minimieren (2). Weiterhin kann die Kniebeuge eher als ein Überbegriff für eine ganze Batterie anBewegungsübungen angesehen werden, die sich durch Beinstellung (parallel oder in Schrittstellung, ein- oder beidbeinig, eng oder weit), der Beugetiefe (120°, 90°, parallel oder tief), Kontraktionsform (u.a. isometrisch, dynamisch) sowie ggf. der Lage einesZusatzgewichts (überkopf, front, nackenhoch & -tief, hängend) unterscheiden. Die Kniebeuge dient hierbei als Trainings- und Testübung. In diesem Workshop sollen die Teilnehmer den Nutzen und das Risiko der einzelnen Kniebeugevarianten kennenlernen und somitihren gezielten Einsatz in Therapie, Diagnostik und Training planen können. Um den Trainingserfolg der Kniebeuge in Training und Therapie zu optimieren und um das Risiko gleichzeitig zu minieren, bedarf es einer guten Evaluation der Kniebeugequalität. Dochauch wenn die Kniebeuge auf den ersten Blick nicht sonderlich komplex erscheint, sorgen die vielen beteiligten Gelenke mit ihren kombinierten Freiheitsgraden und mit bis zu 200 aktivierten Muskeln für ein hohes Maß an Komplexität (3). Von daher zeigen Studien,dass eine rein subjektive Evaluation durch Trainer oder Therapeuten sinnvoll durch Methoden der instrumentellen Bewegungsanalyse unterstützt werden kann (4). Hierbei liefern Messungen der kinematischen Bewegungsanalyse sowie der Kinetik (auftretende Kräfte)objektive Messdaten, die auch kleine Abweichungen aufzeigen können und somit eine feinere Differenzierung ermöglichen. Innovative Feedbacksysteme erlauben eine höhere Korrekturdichte und können daher eigenständiges Üben der Kniebeuge unterstützen. Die Teilnehmerkönnen nach der Vorstellung von Bewertungskriterien Kniebeugen eigenständig bewerten und diese Bewertungen mit bewegungsanalytischen Auswertungen in Bezug bringen. In feedbackgesteuertem Training können sie selbst erfahren, wie eine eigenständige Korrekturdurch zeitnahes, kontinuierliches Feedback möglich ist.

Referent:

Torsten Brauner
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport
Prof. Michael Keiner
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport