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Vom Übungsleiter zum eigenen Angebot: Interview mit Winfried Möck
Wer mit dem Gedanken spielt, eigene Rehasport-Kurse anzubieten, steht schnell vor praktischen Fragen: Lohnt sich der Schritt? Was ist organisatorisch zu beachten? Und kann sich das wirtschaftlich tragen? Winfried Möck, Vorsitzender von TeamRehasport, spricht auf dem 2. Deutschen Rehasport-Kongress der therapie MÜNCHEN darüber, worauf es beim Einstieg in die Eigenregie ankommt.
Herr Möck, für wen ist der Schritt in die Selbstständigkeit besonders interessant?
Rehasport in Eigenregie ist vor allem für Übungsleiter interessant, die selbst als Anbieter auftreten möchten. Das heißt: Sie wollen eigene Gruppen aufbauen, selbst über Orte und Zeiten entscheiden und mit ihrem Angebot sichtbar werden. Gerade für Menschen, die gern eigenverantwortlich arbeiten, ihr Angebot selbst gestalten und bereit sind, ein gewisses unternehmerisches Risiko mitzutragen, kann das ein sehr attraktiver Weg sein.
Spannend ist dieses Modell auch für Menschen, die sich beruflich neu orientieren oder sich ein zweites Standbein aufbauen möchten. Denn der Einstieg ist vergleichsweise niedrigschwellig. Teilweise dauert die Ausbildung nur wenige Wochen, bei vorhandener Vorqualifikation unter Umständen sogar noch kürzer.
Wer selbst Rehasport-Kurse anbieten möchte, stößt schnell auf organisatorische und rechtliche Fragen. Was sollte man vor dem Start unbedingt klären?
Am Anfang geht es erst einmal um die Frage, wie sich die eigenen Gruppen zertifizieren lassen. Manche wollen das selbst organisieren, andere überlegen, mit einem Partner zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig zeigt sich schnell, dass zur eigentlichen Kursdurchführung noch mehr gehört. Neben der Stunde selbst spielen auch Abrechnung, Versicherungen, Qualitätsmanagement und Verwaltung eine wichtige Rolle.
Viele Übungsleiter sehen sich nicht automatisch auch als Verwaltungsexperten. Deshalb ist es wichtig, den gesamten Rahmen im Blick zu haben. Dazu gehören auch rechtliche Aspekte: Wie sieht der Haftungsrahmen aus? Brauche ich eine Haftpflichtversicherung? Bin ich freiberuflich tätig oder brauche ich ein Gewerbe? Weil bei diesen Themen oft Unsicherheit besteht, geht es in meinem Vortrag auch darum, die wichtigsten Rahmenbedingungen für Einzelpersonen verständlich einzuordnen.
Und natürlich geht es auch um die Wirtschaftlichkeit: Was müssen angehende Anbieter wissen, damit sich Rehasport in Eigenregie tragen kann?
Hier spielen mehrere Punkte zusammen. Ein Aspekt ist die zeitliche Dimension. Im Rehasport gilt das Sachleistungsprinzip. Das bedeutet: Die Leistung wird zunächst erbracht und erst danach bezahlt. Diese Zeitspanne muss man finanziell überbrücken können, entweder mit Rücklagen oder indem man den Einstieg zunächst neben einer anderen Tätigkeit aufbaut.
Hinzu kommen die Investitionen: Brauche ich einen Raum, ein Auto, Übungsgeräte, Versicherungen oder bestimmte Software? Außerdem geht es um die laufenden Kosten und vor allem um die Fixkosten. Die sollten möglichst gering bleiben. Wer sich hier verschätzt und dann krank wird oder weniger Umsatz macht, gerät schnell unter Druck.
Für viele ist am Ende entscheidend, ob sich davon leben lässt. Also: Wie viele Gruppen muss ich pro Woche anbieten, um den gewünschten Umsatz zu erzielen? Welche Kosten gehen davon ab? Was bleibt nach Steuern übrig? Im Vortrag spiele ich das anhand konkreter Beispiele durch, damit klarer wird, welche Perspektive Rehasport in Eigenregie tatsächlich bieten kann. Im Kern geht es also um drei Punkte: Wie hoch ist die Anfangsinvestition, wie überbrücke ich die Zeit bis zur ersten Auszahlung und wie kann sich das Modell mittelfristig entwickeln?
Der Vortrag „Rehasport-Kurse in Eigenregie anbieten“ findet am 20. Juni von 13:00 - 14:30 Uhr im Rahmen des 2. Deutschen Rehasport-Kongresses statt. Für die Teilnahme ist ein Kongressticket erforderlich.